Den Glücksmuskel trainieren

Selbstführung

24.02.2017/ C. Mang

 

Ein armer, gläubiger Mann betet täglich zu Gott: "Lieber Gott, bitte lass mich im Lotto gewinnen." Am nächsten Tag betet er wieder: "Herr, bitte mach, dass ich im Lotto gewinne." So geht das Tag für Tag. Nach einem Jahr betet der Mann immer noch: "Lieber Gott, bitte lass mich auch mal im Lotto gewinnen." Nichts passiert. Der Mann betet tapfer weiter. Eines Tages öffnet sich plötzlich der Himmel über ihm, ein Lichtstrahl erfasst ihn und eine tiefe, laute Stimme spricht: "Lieber Mann, gib mir eine Chance, kauf dir endlich einen Lottoschein!"

 

Wir können dem Glück auf die Sprünge helfen indem wir etwas dafür tun. Aber die Chance einen Sechser beim Lotto zu tippen liegt nur bei 1 : 8.145.060. Inwieweit kann ich mein Glück überhaupt beeinflussen? Bin ich wirklich meines Glücks eigener Schmied?

 

Der „Glücksmuskel“

Wie die Gesundheit, so ist auch unser Glück von den Genen, äußeren Lebensumständen und von uns selbst beeinflussbar. Unser „Glücksmuskel“ ist das Gehirn. Vergleichbar mit unseren Muskeln, so braucht auch unser Gehirn richtiges und konsequentes Training, damit es glücksfähiger wird.

 

Es gibt mittlerweile viele „Glücksmuskel-Übungen“, deren Wirkung wissenschaftlich gut belegt ist. Sie machen uns zufriedener, optimistischer und auch gesünder. (Seligmann 2011, Lyubomirsky 2008) Ich will Ihnen in meinem Blog einige dieser tollen und einfachen Übungen vorstellen. Hier die Erste:

 

Die Dankbarkeitsübung

Sie geht ganz einfach. Legen Sie sich ein Dankbarkeitstagebuch an. Notieren Sie mindestens 3 Dinge, für die Sie dankbar sind. Studien zeigen, dass die Wirkung am größten ist, wenn man einmal pro Woche etwas aufschreibt. Ich bevorzuge es, täglich zu machen. So bleibe ich am Ball. Führen Sie die Übung mindestens sechs Wochen lang durch.

 

Meine Erfahrungen

Ich habe am 19. 11. 2014 mit meinen Einträgen angefangen. Es gibt Perioden, da schreib ich fast täglich. Dann hab ich wieder mal ein paar Tage keine Einträge. Es vergeht aber mittlerweile fast kein Tag mehr, wo ich nicht vorm Schlafengehen den Tag Revue passieren lasse und meine positiven Dinge zumindest gedanklich sammle. Ich habe mein Dankbarkeitstagebuch als App auf meinem Smartphone. So kann ich auch Fotos in mein Tagebuch reinstellen: schöne Landschaften, gutes Essen, nette Menschen….. Mir fällt auf, dass es viele kleine Begebenheiten sind: ein Lächeln, ein Sonnenstrahl, ein schöner Ausblick… Meine Antennen sind so während des Tages auf Positives ausgerichtet. Wenn mir was auffällt, schreib‘ ich‘s oft sofort auf. Dann vergesse ich‘s nicht bis zum Abend.

Auswirkungen

Ich kann nicht sagen, dass ich nur mehr freudestrahlend durch die Gegend gehe. Aber, wenn mal ein Problem auftaucht, dann relativiert es sich meist schnell. Mir tut die Übung gut. Ich werde sie auf alle Fälle weiter machen. Ein positiver Nebeneffekt: Ich fühle mich jedesmal beim Durchlesen meiner Einträge vom Leben reich beschenkt.